Die Planung in einer außergewöhnlichen Schule

Eine Vielzahl an Informationen gab es am 23. Juni in der Aula in Bitterfeld für das in zwei Gruppen eingeteilte Lehrerkollegium. Natürlich gab es in der Dienstberatung einen kurzen Rückblick auf die letzten sieben Monate, denn genauso lang lag die letzte Dienstberatung zurück. Sieben Monate, die es in sich hatten: Lehrer testeten Schüler, Klassen und Lehrer waren in Quarantäne, Wechselunterricht, Digitalisierung von Unterrichtsinhalten und, und, und… Alles gemeistert. „Jeder hat seine eigene Vorstellung, wie Schule sein soll und funktionieren“, sagte Schulleiter Rainer Woischnik. Der gemeinsame Nenner ist gleichzeitig die große Herausforderung für Lehrer und Schulleitung. „Die Schulleitung muss Rahmenbedingungen schaffen, dass jeder gern seine Arbeit macht“, formulierte er den eigenen Anspruch.

Mehr noch als der Rückblick stand aber das nächste Schuljahr im Fokus. Informationen zur Einsatzplanung, zu Ab- und Neuzugängen von Lehrern, zu Schulfahrten und den neuen Bildungsgängen im nächsten Schuljahr.

156 Schulklassen sind geplant, so berichtete Astrid Zosgornik, stellvertretende Schulleiterin. „Es wird Veränderungen geben wie es sie immer an Berufsschulen gibt“, kündigte sie an. „Denn an einer Berufsschule ist keine kontinuierliche Planung möglich.“ Da ändern sich die Einsätze der Kollegen, muss auf Schülerzahlen, Lernfeldbesetzungen und vieles mehr Rücksicht genommen werden. An einer Berufsbildenden Schule ist vieles „außergewöhnlich“ im wahrsten Sinne des Wortes: vieles „außer eben gewöhnlich“. Neu angeboten werden zum Beispiel die einjährigen Bildungsgänge der Berufsfachschule (BFS) Wirtschaft und der BFS Sozialpflege. Hier können Schüler den Realschulabschluss erwerben, um sich dann weiter zu orientieren. Ebenso erstmalig angeboten wird die zweijährige Fachoberschule Ernährung und Hauswirtschaft (u. a. zum Erwerb der Fachhochschulreife).

Dass die Lernplattform Moodle zukünftiges Kommunikationsmittel sein soll, darüber informierte Michèle Zymelka und stellte erste Schritte vor. Das digitale Lehrerzimmer ist schon da, Teamräume die Zukunftsmusik. Alles soll besser und einfacher zu finden sein, fast wie ein großer Schlagwortkatalog.

Schulleiter Rainer Woischnik formulierte es bereits zur Begrüßung: „Was würden wir heute machen ohne die ganze Technik?“ 40.000 Euro werden für zwei neue Server im nächsten Jahr investiert, damit auch dieselbe Technik an den beiden Standorten Bitterfeld und Köthen gesetzt werden kann.

Laptops an Schüler werden auch im Schuljahr 2021/22 zur Verfügung gestellt, sagte Koordinator Andreas Wolf.

Die Koordinatorinnen Anke Scholz und Christina Collatz bedankten sich bei den Teamleitern für die Zuarbeiten zur Einsatzplanung. Bis zum Beginn der Sommerferien wird jede Lehrerin, jeder Lehrer den vorläufigen Plan erhalten. Dass es trotzdem zu Änderungen kommen kann, darauf wiesen sie hin. Eine Schule im Wandel kann nur so funktionieren.

 

L.Dietsch

Online-Tests für Schüler

Nein, Corona-Tests gibt es jetzt nicht digital, andere aber schon. Hier die Erklärung: Während die meisten Schüler schon auf dem Weg nach Hause sind, sitzen elf Lehrer und Lehrerinnen am 17. Juni mit den Augen auf den Bildschirmen im Raum A 103, dem Computerraum. „Ihr müsst geduldig sein mit den Computern“, sagt Michèle Zymelka und meint eigentlich die Verbindung. Das Netz ist nicht das schnellste. Michèle Zymelka ist die Trainerin bzw. die Expertin für Moodle zusammen mit Susanne Posniak. Heute stehen Tests auf dem Moodle-Lernprogramm, genauer gesagt wie Lehrer selbst Tests für Schüler digital erstellen können. Und dann geht es los mit der Erstellung von Fragen. Ob Multiple Choice, Zuordnungsfragen oder Lückentext – es gibt viele Möglichkeiten auf der Lernplattform Moodle. Etliche Klicks später sind sie dann erstellt – die Fragen. Die Lehrer staunen – aber es stecken auch Arbeit und Konzentration dahinter. Man muss es trainieren. Zur Test-Auswertung wird es in der nächsten Veranstaltung kommen, darauf verständigen sich Trainerin und das Kollegium.

 

L.Dietsch

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