Wir waren dabei: „Jugend forscht“

Am 5.März 2026 nahmen wir – Sebastian England und Torsten Heinicke – als Juroren im Bereich Technik an Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb teil. Ziel des Wettbewerbs ist es, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, Talente zu entdecken und zu fördern. Die Firma Bayer Bitterfeld GmbH stellte wie schon viele Jahre zuvor auch in diesem Jahr die Räumlichkeiten zur Verfügung und sorgte für die Versorgung aller Teilnehmer. In allen Bereichen gab es viele interessante Projekte der Jugendlichen zu sehen. Nachdem alle ihre Projekte präsentiert hatten, gab es ein leckeres Mittagessen mit anschließender Werksführung durch die Firma Bayer. Im Anschluss fand die Bewertung aller Projekte durch die Juroren statt. Besonders überzeugen konnte uns ein 15-jähriger Schüler des Elisabeth-Gymnasiums in Halle mit seinem Projekt. Er erhielt von uns im Bereich Technik den ersten Platz. Damit ist er für den Landeswettbewerb qualifiziert und kann dort sein Projekt weiter vorstellen. Vielleicht gelingt ihm sogar der Einzug in den Bundeswettbewerb.

PS: Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr und sind gespannt, welche neuen und tollen Projekte uns dann erwarten.

S.England und T.Heinicke

Eine Kirche im Raum C 336

Am Anfang bemerkte Christian Doil, Fachlehrer für Gestaltung, ein Profilbild, das Kollegin und Englischlehrerin Bettina Clayton auf einem Messengerdienst verwendet. Verwundert fragte er nach. Das Foto zeigte das Rosenfenster der gotischen englischen Kathedrale in Worcester. Bettina Clayton hat zu dieser einen ganz persönlichen Bezug. Fragt sie einfach! Frau Clayton unterrichtet Englisch im Raum C 336. Doil ist gelernter Steinmetz/Steinbildhauer und hat schon zehn Jahre in Mainz Steinmetze und Steinbildhauer ausgebildet. Und so entstand gemeinsam die Idee, das Gemälde als Motiv für den Unterricht zu benutzen und Bettina Claytons Unterrichtsraum C336 mit eben diesem Bild zu verschönern und eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen.
Werk und durchgeführte Arbeiten hier im Einzelnen: Christian Doil hat das Aufmaß im Raum C 336 durchgeführt. Dann wurde vom BVJ (Berufsvorbereitungsjahr) in Holztechnik der Rahmen hergestellt. Mit der Hilfe von einigen Schülern und Schülerinnen schnitt Doil dann die Leinwand auf Maß, spannte sie auf den Rahmen gespannt und grundiert diese. Es folgten Recherchearbeiten zu geeigneten Bildvorlagen.
Christian Doil: „Im Malprozess wurde deutlich, dass es nicht möglich war mit Projektionsverfahren zu arbeiten. Die Fachoberschule Gestaltung hat im Theorieunterricht Technisches Zeichnen und Darstellende Geometrie verschiedene Fluchtpunktmethoden kennengelernt. Die Zentralperspektive, die schon häufig in der Renaissance Anwendung fand, wurde nun auch in diesem Projekt genutzt. Es wurde ein zentraler Fluchtpunkt auf der Leinwand markiert. Mit zwei Meter langen Linealen wurde der Verlauf der ‚Tiefenlinien‘ zu dem markierten Fluchtpunkt hin gezeichnet. Die Kathedrale ist ein gotisches Bauwerk. Im Theorieunterricht hat die Klasse BFOG.24 (Fachoberschule Gestaltung) verschiedene Bogenkonstruktionen durchgeführt und gotische Maßwerke konstruiert. Diese Formen fanden jetzt praktische Anwendung. Die Gotik war auch die Zeit der Zahlen- und Lichtmystik. Deshalb kommt dem zentralen Rosenfenster mit seinem farbigen Glas eine zentrale Rolle zu. Wenn das Sonnenlicht durch diese Fenster fiel, konnten Farblichtspiele auf dem Boden und auf den Wänden beobachtet werden. Das Fenster wurde in einem geeigneten Maßstab detailliert von Fachlehrer Christian Doil auf Transparentpapier konstruiert und folgend auf die Leinwand mit Kohlepapier übertragen. Ein Schüler der Fachoberschule Gestaltung half bei der Farbgestaltung des Fensterglases. Ein anderer Schüler und eine Schülerin konstruierten den großen Spitzbogen des Portales mit einem großen Zirkel. Parallel wurde im Fach Grundlagen der Gestaltung ein Hefter zum Thema Baustilkunde (Griechische Antike bis Moderne) mit Skizzen und Zeichnungen von jedem Schüler und jeder Schülerin angefertigt. Die Stilmerkmale der Gotik wurden somit in Theorie und Praxis umgesetzt. In der Kunstgeschichte findet man viele Werke, die ihre Erschaffer oder Auftraggeber zeigen. Von Botticelli, Caravaggio bis Dürer- alle haben sich auch selbst ins Werk gemalt. Wer Interesse hat, kann sich die Steinfiguren etwas genauer ansehen. Als kleines Augenzwinkern ist ein Abbild der originalen Worcestersauce zu entdecken. Es darf sich beim Betrachten auch über die Aussprache der berühmten Würze ausgetauscht werden.“
Danke an Thomas Roye und das BVJ Holztechnik für die Herstellung des Holzrahmens und danke an die Hausmeister für das Aufhängen des Gemäldes.

C.Doil


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