Von „drei Augen und sechs Händen“…

Sie sind aufgeregt an diesem 8. Juli 2022. Dabei haben sie es doch geschafft: die zukünftigen Erzieher der BERZ.20-A und B. 83 Prozent ihres Jahrgangs haben die Prüfungen und damit auch ihren Abschluss erfolgreich gemeistert. 38 Schüler und Schülerinnen erhalten feierlich ihre Zeugnisse in der Aula der BbS ABi in Bitterfeld im Beisein ihrer Familien. Besonders gute Abschlüsse mit einem Notendurchschnitt von 1,4 und 1,5 erreichten Julia Schröder und Paula Vogel. „Ein sehr guter Jahrgang“, wird Schulleiter Rainer Woischnik später feststellen in seiner Laudatio auf die Schüler und Schülerinnen und auf den Erzieherberuf. Im Sommer 2020 haben sie die Ausbildung angefangen. Dazwischen ist viel passiert, sind sich die Teamleiterin der Erzieher, Margret Oehne, die die Zeugnisausgabe moderiert und der Schulleiter einig. Während die einzelnen Schüler geehrt werden, gibt Margret Oehne den Schülern Lebensweisheiten und Sprüche mit auf den Weg. Der Schulleiter spricht von der Erwartungshaltung, die Eltern an die Erzieher stellen. Eigentlich bräuchten diese sechs Hände, drei Augen sowie Nerven aus Drahtseilen und einen Schoß, auf dem gleichzeitig zehn Kinder Platz haben, las Rainer Woischnik aus der Geschichte „Als der liebe Gott die Erzieherin schuf…“ vor. „Ich ziehe den Hut, ob der Leistung, die Erzieher jeden Tag bringen!“, betonte er abschließend und sagte auch danke an alle Lehrer und Lehrerinnen, die in der Fachschule Sozialwesen unterrichten und die Klassenlehrer Kay Siegert und Ines Schneider.

L.Dietsch


Auf Mallorca im „Crazy Team“

Die Gelegenheit, während der Ausbildung die Mentalität und die Arbeitsweise in einem anderen Land kennenlernen zu dürfen, erhält bei Weitem nicht jeder Azubi. Umso erfreuter waren wir, Mario und Erik, beide Auszubildende bei der Stadt Dessau-Roßlau, dass Frau Schumann im Beisein unserer Klasse verkündete, dass die Schule gemeinsam mit einer Organisation ein Auslandspraktikum nach Spanien ermöglicht. Im Rahmen des “Erasmus+”-Projektes ging für uns die Reise nach Mallorca und gestaltete sich trotz aktueller Probleme an Flughäfen als unbeschwerlich. Zwar hatte der Flug bei Anreise eine zweistündige Verspätung, aber das war verkraftbar. Innerlich machten wir bereits drei Kreuze, als wir gegen 2 Uhr nachts am Montag unser Hotel, samt unserer Koffer erreichten. Das Hotel selbst war in Ordnung. Durch unsere Kontaktperson vor Ort wurden wir an unserem ersten Tag zu unserer Arbeitsstelle IBSTEAM begleitet, eine Organisationseinheit der öffentlichen Verwaltung, die es seit 2020 gibt. IBSTEAM fungiert als eine Art staatliches Lehrerbildungszentrum, wobei der Fokus hauptsächlich auf die Digitalisierung der 450 staatlichen und staatlich subventionierte Schulen der Balearen liegt. Von Fortbildungsprogrammen für Lehrer im digitalen Raum bis hin zum Geräteverleih (Internetanschluss und Chromebook-Geräte) für Studierende ist IBSTEAM verantwortlich. Wir unterstützten innerhalb unseres Praktikums die Mitarbeiter bei alltäglichen Aufgaben – hauptsächlich in bürowirtschaftlichen Bereichen. Unsere digitalen Kompetenzen waren dabei besonders wichtig, denn es wird hier mit modernsten Programmen gearbeitet. Die Arbeitsatmosphäre bei IBSTEAM ist eine ganz andere als jene, die wir bisher aus Deutschland kannten. Die Mitarbeiter, die sich auch selbst als “Crazy Team” bezeichneten, arbeiten in einer einzigartigen, freundschaftlichen Dynamik, verbunden mit modernster Technik effektiv zusammen. Gleich am ersten Tag erhielten wir unsere eigenen Chromebooks, Zugangsdaten und E-Mail-Adressen. Nie hatten wir das Gefühl zu stören oder im Wege zustehen. Mit einer Mischung aus Englisch, etwas Spanisch und Deutsch konnten wir uns gut verständigen und auch zusammen lachen. Auch wenn das Auslandspraktikum “nur” zwei Wochen dauerte, so war es eine einmalige Gelegenheit, das Arbeitsleben auf Mallorca kennenzulernen. Rückblickend können wir beide uns für dieses Erlebnis bei allen Beteiligten nur bedanken. Wir raten jedem, selbst diese Chance zu nutzen.

Erik Piechowski, BVA.20-A


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