Unterricht im Bundeswehr-Truck?

Aus den Fenstern vom Gebäudeteil C wurde er als erster bemerkt: der Bundeswehr-Truck, der sich am 7. Juni 2022 neben dem Sportplatz positionierte. Bis zum 9. Juni wurden hier Schüler und Schülerinnen über Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in der Bundeswehr aufgeklärt. 40 verschiedene Ausbildungsberufe werden angeboten vom Koch bis zum Berufskraftfahrer, vom Mechaniker bis zum Chemielaborant, vom Verwaltungsfachangestellten bis zum Maler. „Wir haben ein riesiges Repertoire“, sagt Anja Kügler, Zeitsoldatin und Hauptfeldwebel und zeigt per Präsentation die Einstellungsvoraussetzung. Die Mindestgröße liegt bei 1,55 m und das Gewicht bei 50 kg. Dass man keine „überhöhten Schulden“ haben sollte und Vorstrafen tabu sind – ist allgemein bekannt. Geworben wird natürlich auch mit dem Beamtenstatus, den man nach drei Jahren Probe erhalten kann. Im Gespräch mit den Schülern lässt sich die Zeitsoldatin dann auch über deren bisherige Erfahrungen mit der Bundeswehr informieren. Die Mehrzahl weiß Positives zu berichten und manch einer / eine hat sogar vor der Ausbildung ein Praktikum bei der Bundeswehr absolviert. 15 Klassen wurden insgesamt im Truck „unterrichtet“. Ein Dankeschön geht an Koordinator Frank Kürbitz, der den Ablauf und die Klasseneinteilung organisiert hat und natürlich an die Bundeswehr.

L.Dietsch

Berichtenswert: ja oder nein?

Was ist berichtenswert, was nicht? Was fällt in den Nachrichten buchstäblich „hinten runter“ und warum? – diese Fragen stellten sich die Autorin und Übersetzerin Maria Meinel und die Schülerinnen der BERZ.21-B am 31. Mai 2022 in der BbS ABi. Aber nicht die Verhältnisse in Deutschland wurden ins Visier genommen, sondern der Alltagsrassismus in den USA, den Deborah D.E.E.P. Mouton in ihren Poetry-Slam-Texten und Versen beschreibt. Mouton ist eine schwarze Dichterin, die mit ihren Texten auf der Bühne die amerikanischen Verhältnisse, in dem Schwarze eben nicht die gleichen Rechte wie Weiße haben, kritisiert. In atemlosen Texten schildert sie in ihrem Gedichtband „Berichtenswert“ die alltägliche Gewalt gegen Schwarze. Maria Meinel wiederum hat diesen Band aus dem Amerikanischen übersetzt und las daraus vor. Welche Herausforderungen zu meistern sind, wenn Wortneuschöpfungen oder Wörter, die rein vom Lautbild mehrere Bedeutungen haben, in eine andere Sprache zu übertragen sind, erzählte Maria Meinel lebendig und anschaulich. Herzlichen Dank an Maria Meinel und den Friedrich-Bödecker-Kreis in Sachsen-Anhalt e.V., die neue Einblicke möglich machten.

PS: Ein Gedicht daraus original vorgetragen von Deborah D.E.E.P. Mouton (mit eingeblendeter deutscher Übersetzung) findet Ihr hier: https://youtu.be/ii51DhuZuYM).

L.Dietsch

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