Endstation Krankenhaus? Nein, danke!

Was ist das? Es dreht sich. Es sind Schüler und Schülerinnen drin. Es wird geflucht, gelacht, geschrien, gegluckst. Beim Aussteigen dann wird erst einmal durchgeatmet. Ein Riesenrad? Nein. Das könnte sein, ist es aber nicht. Es ist der Überschlagsimulator des ADAC. Und der stand auf dem Schulgelände der BbS ABi anlässlich der Woche der Verkehrserziehung. Und tatsächlich: Manch einer traut sich sogar auf dem Kopf stehend auszusteigen. In der Realität erleben möchte das keiner. Geht dieser Prozedur doch immer ein Unfall voraus. Als Erfahrung nahe an der Realität wird es so manchem wohl in Erinnerung bleiben. Und das ist ja auch das Ziel der Verkehrswoche. An den anderen Stationen wird ein Crashtest simuliert, werden Gefahrenbremsungen vorgenommen, die PKW der Schüler von zukünftigen Mechatronikern auf Fahrtüchtigkeit und Sicherheit überprüft. Beim Fahrsicherheitstraining erproben Schüler und Schülerinnen dann selbst wie gut sie bremsen und ausweichen können. Sie erfahren wie das eigene Auto reagiert. Gegensteuern ist da nur ein Begriff. Mit den Tipps von Lehrern und den eigenen Erfahrungen gewappnet, heißt es jetzt für jeden Einzelnen, jede Einzelne: Augen auf im Straßenverkehr, Abstand halten, Lenker festhalten, keine Angst, die Bremse durchzutreten und v. a. die Bremsflüssigkeit überprüfen zu lassen.

L.Dietsch

Und plötzlich passiert ein Unfall…

Mehrere Krankenwagen, Polizeiautos, Feuerwehren stehen vor der Berufsschule in Bitterfeld. Ohrenbetäubend erschallen die Sirenen. Was ist da passiert in den BbS ABi? Passanten werfen bange Blicke zum Schulgebäude. Schulleiter Rainer Woischnik warnt und gibt gleichzeitig Entwarnung. Es ist der 27. September 2021, die Auftaktveranstaltung zur Woche der Verkehrserziehung. Schulklassen stehen auf dem Hof, werden Zeuge was passiert, wenn der Ernstfall da ist. „Junge Fahranfänger sind schließlich im Straßenverkehr Risikogruppe Nummer Eins. 65.605 Unfälle gab es in Sachsen-Anhalt im Jahr 2020, 123 Tote“, sagt Rainer Woischnik. Jeder Unfall ist einer zu viel. Der Schulleiter weiß, wovon er spricht. Er selbst musste schon zu Beerdigungen von Schülern. Deshalb ist ihm die Sensibilisierung der Schüler und Schülerinnen Herzenssache. Und diese wird, so Woischnik, „eben nicht im Unterrichtsraum per Video praktiziert“, sondern lebendig, hautnah gezeigt. Lehrer Frank Böttcher, der sich bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert, übernimmt das Kommando. Dann geht alles sehr schnell.
Seit 2003 setzt die Schule auf die Aktionswoche. Ob Fahrsicherheit am Auto, sicheres Fahren unter erschwerten Bedingungen (Wetterverhältnissen), Crashtests, Überschlagsimulator oder ein Seminar der Staatsanwaltschaft – alles das sind Stationen, die die Schüler absolvieren. Auch die zweitägige freiwillige Blutspende-Aktion, die vom DRK in der Aula organisiert wird, gehört dazu. Ein gutes Gelingen allen Teilnehmern und Beteiligten. Danke an alle Partner wie ADAC, die Verkehrswacht, die Polizei, die Feuerwehr, das Bestattungsunternehmen Antea sowie die Staatsanwaltschaft, die das ermöglichen. Und danke für die Organisation durch Koordinator Frank Kürbitz.

L.Dietsch





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