Zwei ganz besondere Dinge


Gleich drei Lehrerkonferenzen wurden nacheinander am 14. Juli 2020 in der BAULA der Schule in Bitterfeld durchgeführt, um Abstandsregeln einzuhalten und alle Lehrer zu informieren. In Corona-Zeiten ist das so. Kurz vor den Sommerferien wurde zurückgeblickt auf die Schulschließung (16.3.), den Sonderplan ab 23.4., wo der Unterricht mit halbierten Abschlussklassen fortgeführt wurde. „95 Prozent des Homeschooling war erfolgreich“, resümierte Direktor Rainer Woischnik und: „Es war richtig, dass wir mit halben Klassen begonnen haben und erst einmal gesund aus der Krise gekommen sind.“ Was an Unterrichtsinhalten nicht vermittelt wurde, wird im nächsten Schuljahr aufgearbeitet. Auf zwei Dinge kann die Schule besonders stolz sein: die Spende des Kollegiums von 6000 Euro an die gemeinnützigen Tafeln Bitterfeld, Zerbst und Köthen und die neue Pflegeausbildung, die  ab 1. September 2020 beginnen wird. Die generalistische Pflegeausbildung an der Berufsbildenden Schulen Anhalt-Bitterfeld ist ein Novum und einmalig im Landkreis. Mit der Pflegeschule sind nunmehr sechs Schulformen unter einem Dach beheimatet. Insgesamt werden 1000 neue Schüler zum neuen Schuljahr erwartet.

L. Dietsch

Zukunft mit Pflanzen und Bilanzen


„Für junge Bäume gilt dasselbe wie für junge Menschen: Am Anfang ihres Lebens brauchen sie unsere ganz besondere Unterstützung“, dachte sich Lehrer Andreas Söder und sorgte sich um den Nachschub für abgestorbene Bäume auf dem Parkplatz in Köthen. Dabei setzte er auf die Unterstützung seiner Schüler.
Andreas Söder berichtet: Zusammenfassend könnte man sagen: „Loch jebuddelt, Baum rin und Hölzer drumrum“. Doch wie im Unterricht und im Leben überhaupt bleibt nach zu stark verkürzten Beschreibungen viel Wahrheit im Verborgenen. Zu den Tatsachen zählt, dass der Spitzahorn – ein Baum mit einer Wuchshöhe von 20 bis 30 Metern – etwa 150, maximal 200 Jahre alt werden kann. Von den gut sechzehn Exemplaren, die vor etwa 20 Jahren am Parkplatz vor unserer Schule in Köthen gepflanzt worden sind, stehen bis jetzt noch zehn. Trockene Sommer förderten die von sogenannten Schwächeparasiten ausgelöste Rußrindenkrankheit und führten so zum langsamen Baumtod.
Dieses quantitative Defizit – zweifelsohne auch ein Verlust an Lebensqualität – kann man beklagen. Ebenso gut kann man es durch Ersatzpflanzungen verringern. Den Anfang machten im vorigen Jahr Fachoberschülerinnen und Fachoberschüler der EFOW 17 mit einer Traubenkirsche. In diesem Jahr packten „meine“ Jungs und Mädchen – junge Erwachsene der EFOW 18 – tatkräftig mit an und pflanzten eine Blutpflaume (selbstverständlich unter Wahrung der gebotenen Hygiene- und Abstandsregeln).

Die geleistete körperliche Arbeit umrahmte die Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse und lehrte die Beteiligten zugleich, Lebenszyklen neu zu denken; statt als Abfolge von Phasen mit Gewinnschwelle und Umsatzmaximum bei warenförmigen Produkten, als etwas, was Sinn stiftet auch für folgende Generationen. Justin Hanschmann, Sprecher „meiner“ Klasse sagte: „Wenn ich in ein paar Jahrzehnten hier her zurück komme, kann ich auf etwas zurückblicken, für das ich mal selbst Hand angelegt habe.“

Das Gießen übernehmen an besonders trockenen Tagen einige meiner Kolleginnen und Kollegen, Herr Richter vom Imbiss und hoffentlich auch viele Jugendliche unserer Schule am Standort Köthen. Gemeinsam blicken sie bei Ihrer Tätigkeit auf eine Zukunft, wie sie sich nicht nur Justin, Jasmin oder Robin wünschen.

A. Söder (Klassenlehrer  EFOW 18)

 

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