Zu Besuch bei Steinzeug-Keramo

Wohin verschwindet unser Abwasser, wenn es im Abfluss verschwindet? Um diese Frage zu beantworten, besuchte die Klasse BRL.24-A (Tief- und Rohrleitungsbauer) das Steinzeugwerk in Bad Schmiedeberg. Ein Betrieb, der echter europäischer Spitzenreiter ist – und in dem es viel echte Handarbeit gibt. Bevor es losging, gab es erst einmal eine Vorstellung des Betriebes und eine Sicherheitsunterweisung. Danach begann die Führung durch das Werk. Dabei erfuhren wir: Das ist das letzte Werk in ganz Europa, das überhaupt noch Rohre aus echtem Steinzeug herstellt. Steinzeug besteht aus Naturmaterialien wie Ton, Schamotte und Wasser. Diese Mischung macht die Rohre extrem langlebig, trotz aggressiver Abwässer. Obwohl moderne Maschinen beim Formen und Transportieren helfen, läuft hier längst nicht alles vollautomatisch ab. Die Handarbeit steht im Vordergrund. Gerade bei schwierigen Kurven oder Anschlüssen müssen die Mitarbeiter manuell Teile nachbearbeiten und millimetergenau anpassen. Jedes Rohr ist quasi ein echtes Qualitäts-Handwerksprodukt.
Unser Fazit: Der Ausflug zu Steinzeug-Keramo hat uns gezeigt, wie viel Aufwand, Tradition und Handarbeit in Dingen steckt, die wir im Alltag überhaupt nicht sehen. Wenn wir also das nächste Mal durch die Straßen gehen, wissen wir genau, was für speziell gefertigte Rohre unter unseren Straßen liegen.

Tessa Weferling (BRL.24-A)


Wie barrierefrei ist eigentlich Wolfen?

Um dieser Frage nachzugehen, folgte die Klasse BERZ.25-B einer Einladung zur Wheelmap-Aktion für Barrierefreiheit des Örtlichen Teilhabemanagements der Stadt Bitterfeld-Wolfen und begab sich am 11. Mai 2026 auf Exkursion. Natürlich kann man Barrierefreiheit prüfen und Gehwege, Ladeneingänge, Straßenkreuzungen und auch Bushaltestellen mit bloßem Auge kritisch betrachten. Wir wollten allerdings diese und andere Orte mit Rollatoren und Rollstühlen testen und dabei ergab sich ein ganz anderes und realistischeres Bild. Schon für die Anfahrt zum Treffpunkt in Wolfen stellten wir uns der Herausforderung, mit Rollatoren und Rollstühlen den ÖPNV zu nutzen. In Wolfen angekommen, wurden wir nach einem Grußwort des Oberbürgermeisters Armin Schenk in drei Gruppen aufgeteilt und mit Feedbackbögen ausgestattet, um die Innenstadt von Wolfen zu erkunden. Wir betraten bzw. befuhren Blumen- und Gemüseläden, Therapie- und Praxisräume, Versicherungsbüros, Geldinstitute, baten um Einblicke in die Räumlichkeiten und fragten nach behindertengerechten Toiletten. Die Ergebnisse unserer Beobachtungen notierten wir auf den Feedbackbögen. Dabei haben wir die meisten Menschen als offen und der Thematik zugewandt erlebt und nicht nur bei uns mehr Bewusstsein für Barrierefreiheit geschaffen. Abschließend gab es bei Kakao und Wasser ein kleines auswertendes Gespräch. Gerade für uns, die nicht mobilitätseingeschränkt sind, war es eine eindrucksvolle Erfahrung, mal die Perspektive zu wechseln und auf Barrieren zu achten. Übrigens könnt ihr auch selbst mal in die Wheelmap-App schauen, sie testen und nutzen. Organsiert doch eure eigene lokale Mapping Aktion und bewertet zusammen Orte auf Rollstuhlgerechtigkeit.

BERZ.25-B, B.Clayton, M.Janert


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