Ich heiße, ich wohne, ich bin…

„Guten Morgen“ – heißt es am 12. September 2022 im Raum D 263. Lehrerin Silke Reinsch begrüßt ihre Klasse, die BBVU.22. Acht junge Männer und fünf junge Frauen haben Platz genommen. Eine Mutter wartet im Klassenraum. Sie hat die Unterlagen ihrer Tochter dabei. Silke Reinsch nimmt die Unterlagen entgegen. Sie hat kaum mit dem Unterricht angefangen, als es klopft. Sie öffnet. Eine neue Schülerin betritt den Raum. Neugierig sehen Alexandra, Pavlo, Veronika, Andre‘, Danilo, Kira, Sergej und die anderen zur neuen Klassenkameradin. Sie sind mitten in der Vorstellungsrunde. Ich heiße, ich wohne, ich bin… – steht an der Tafel. Die Schüler sind zwischen 15 und 18 Jahren alt und kommen aus der Ukraine, aus Kiew und Charkiw und aus anderen Städten. „Michail – schlagen Sie Ihr Buch auf!“, sagt Silke Reinsch. Doch Michail versteht die Anweisung nicht. Die anderen helfen. „Knischka!“, flüstern sie, das heißt Buch in ihrer Sprache. Michail hat jetzt verstanden. Aufstehen, anschreiben, hinsetzen – alles das muss erst in der neuen Sprache erlernt werden. „Es ist nicht so leicht“, sagt Silke Reinsch, „aber sie machen gut mit. Ich unterrichte sie gerne!“ Dann teilt sie Arbeitsblätter aus: „Danke!“, sagt André und die Lehrerin freut sich und sagt: „Wir sagen bitte und danke!“ Und wir – die BbS ABi – sagen: Herzlich willkommen.

L.Dietsch