Auf den Hund gekommen…Poetry-Slam als Workshop

Fehler, Gustav und Chrystal Meth – die drei Wörter stehen groß an der Tafel. Und 29 Schüler und Schülerinnen der BERZ.19-B und der BFOS.20-B schreiben emsig auf ihren Schreibblock. „Niemand wird hier bewertet“, sagt Aron Boks, der 23-jährige Slam-Poet. „Respect the poet“ ist eine Regel im Poetry-Slam, dem Wettbewerb, wo einfach jeder seine Texte vor Publikum aufsagen kann. Aber ausgelacht wird an diesem Tag keiner. Und schon nach der ersten kreativen Schreibrunde ist das Eis zwischen den Moderatoren Jakob Kielgaß und Aron Boks von „ ArtAusgelassen“ – einem kreativen Schreib-Workshop-Projekt – gebrochen. Es folgt die nächste Aufgabe: Eine Notlüge mit eben diesen drei Begriffen an der Tafel zu finden. Spontaneität ist da gefragt und Phantasie. Die beste Notlüge hatte Erzieher Enzo Neubert. Da klopften Mitschüler anerkennend Applaus. Sich selbst lustig beschreiben in Worten in alphabetischer Reihenfolge, auch das war für die Schüler kein Problem. Selbst in einen Hund konnten sie sich lebhaft hineinversetzen und aus dessen Perspektive argumentieren. Soviel gelacht wurde – trotz Maske – wohl schon lange nicht mehr. Am Ende konnten die eigenen Texte auch abgegeben werden. Den Text von Enzo Neubert wollten die Moderatoren unbedingt und rieten ihm „dranzubleiben“ am Schreiben. Er überlegt es sich. Lehrerin Bettina Clayton: „Die Veranstaltung war wunderbar. Ich bin ein großer Fan von Poetry-Slam.“
Das Projekt eingereicht hatten Boks und Kielgaß bei der Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen-Anhalt und den Zuschlag erhalten. Sprach- und Schreibbegeisterung wecken und Freude am Rezitieren der eigenen Texte – alles das erfüllte das Projekt im Flug. Danke für fünf mal drei wunderbare Stunden (vom 19. bis 23.04.2021) für 150 Schüler an Aron Boks und Jakob Kielgaß und an die Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen-Anhalt, die das Projekt finanzierte.


Jakob Kielgaß beim Erklären


Er hat den Dreh raus: Enzo Neubert (li.) bringt mit seiner Geschichte Mitschüler zum Lachen

Sie schreiben emsig: Yasmine Fritzsche (li.) und Vanessa Peters aus der BERZ.19-B

Er führt durchs Programm: Poetry-Slammer Aron Boks


Sie warten gespannt auf die neue Aufgabe:  die Schüler der BERZ.19-B und der BFOS.20-B

L.Dietsch

Über Veränderungen und die Frage nach Kuschelräumen

Eigentlich sollten die Menschen, die auf dem Bildschirm zu sehen sind – hier in der BbS ABi sein am 7. und 8. April 2021 und in der Aula ihre Schulakademie-Tagung zum Thema „(Spiel-)Raum Schule: Wie lernen neu gestaltet werden kann“ halten. Und eigentlich wäre an diesen Tagen auch die mehrtägige Jubiläumsfeier 20 Jahre Berufsschulzentrum und 30 Jahre Förderverein, aber das Virus machte einen Strich durch die Rechnung. Deshalb gab es einen virtuellen Rundgang – einen Film, der von Sarah Weimeister und Andreas Wolf über die Schule gedreht wurde und zeigen sollte, was die Berufsbildenden Schulen Anhalt-Bitterfeld mit ihren zwei Standorten so ausmacht. Schulleiter Rainer Woischnik erklärte historische Hintergründe und erzählte, was sich verändert hat in all den Jahren und wie aus dem wuchtigen EXPO-2000-Gebäude nach und nach eine Schule gestaltet wurde.

Rainer Woischnik wirbt für die BbS ABi.

Unter welchen Bedingungen hier angefangen wurde: ohne Aula und Cafeteria, mit Temperaturen in der Schule um 0 Grad und über 120 Lehrern in einem Lehrerzimmer. Er berichtet, was doch alles geschafft wurde. Und da sind der angebrachte Sonnenschutz an den Fenstern, die Schulhofbepflanzung, die kostenintensiven Brandschutzbaumaßnahmen nur drei der vielen aktuellen Maßnahmen. Dass man die gebäudetechnischen Voraussetzungen wie die langen Wege zwischen den Unterrichtsräumen kaum ändern kann, auch das sagt er. Deshalb auch die Einteilung der Gebäudekomplexe in Berufsbereiche soweit es eben möglich ist. So gibt es „Inseln“ für den Kfz- und den Chemiebereich.
„Mit Kuschelräumen können wir nicht dienen, aber mit Vielfalt!“ Das sagt er offen. Mit Vielfalt meint er die 2.800 Schüler, die in 155 Klassen und in sechs verschiedenen Schulformen hier lernen, das 124-köpfige Lehrerkollegium und die Mitarbeiter der Verwaltung. „Wir möchten, dass die Schüler und Lehrer hier gerne herkommen. Als wir hier eingezogen sind, gab es nicht einmal Sitzgelegenheiten in der Schule und auf dem Hof.“ Verschiedene Ausbildungen wurden in der Schule aufgebaut wie die für Pharmakanten, für die Erzieher sowie letztes Jahr die Ausbildungsmöglichkeit zur Pflegefachkraft. „Das muss man erst einmal stemmen und organisieren“, so der Schulleiter. Eine so große Schule – die größte Berufsbildende Schule in Sachsen-Anhalt – funktioniert nur, wenn alle mitmachen.

Ehrlich – brauchen wir Kuschelräume?
Was würdet Ihr gern verändern? Ideen sind willkommen.
Vorschläge könnt Ihr direkt dem Schülerrat unterbreiten. 

Wer ist eigentlich im Schülerrat?  Das seht Ihr in Bitterfeld im Erdgeschoss Bereich C (neben den Sekretariaten) oder hier: Schülerrat

Vorschläge können auch per E-Mail an Vertrauenslehrerin Heike Burschitz, die den Schülerrat begleitet, gesendet werden: h.burschitz@bbs-abi.bildung-lsa.de

 

L. Dietsch

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