Tapas, Jugendreisen und Urlaub, fällt den Berufskraftfahrern im 1.Lehrjahr (BKF.25-C) am 24. Juni ein, wenn sie an Spanien denken. Über das Mittelalter haben die Schüler eher weniger Vorstellungen. Und das ist ja auch kein Problem, denn Ksenia, Leandro, Juliane und Luise werden gleich drei kurze Filme zeigen zum Zusammenleben im 10. Jahrhundert in Córdoba. Die vier veranstalten mit den Schülern das historische Diversity-Planspiel „Convivencia in Córdoba“. Nach den Filmen wird Kahoot gespielt, um das neue Wissen der Schüler spielerisch zu erfahren. In Spanien regierten vom 8. bis zum 15. Jahrhundert die Araber. Und trotzdem gab es im Emirat Córdoba und auf der gesamten Iberischen Halbinsel (al-Andalus) in dieser Zeit ein friedliches Zusammenleben („Convivencia“) zwischen hier ansässigen Juden, Christen und Muslimen. Alle durften ihre Religion ausüben und ihre Sprache sprechen. Aber plötzlich wird – im Spiel – auf dem Markt ein Schild aufgehängt. Anweisung des Wesirs: Auf dem Marktplatz darf nur noch arabisch gesprochen werden. In Gruppen aber auch in Familien eingeteilt, erhält jeder Schüler eine Rollenkarte. 17-jährige Jugendliche sind plötzlich Mütter und Töchter, Väter und Söhne oder Bedienstete. Und schon heißt es, die eigene Meinung innerhalb der Rollen vertreten, Argumente finden, für oder gegen die Anweisung und Bevorzugung des Arabischen. Welche Lösungsvorschläge findet Ihr, die allen drei Gruppen gerecht werden? Wo findet Ihr gemeinsame Interessen, einen gemeinsamen Konsens?, fragt Ksenia. Dann werden die Vorschläge gesammelt. Die Schüler einigen sich darauf, dass alle ihre Muttersprache sprechen können. Jeder aber auch arabisch lernen soll und kann in kostenfreien Sprachschulen.
Dann geht es um die Haltung der Schüler zu bestimmten Zitaten. Was sagt Ihr dazu?, fragt Leandro. Dann noch ein Positionsspiel mit Minus und Plus. „Fändest Du es gut, wenn es eine Sprache auf der Welt gäbe, die alle sprechen?“ Die Klasse ist geteilter Meinung. „Ich nehme heute für mich mit…“ – die Vollendung des Satzes ist der letzte Arbeitsauftrag an die Schüler und klar wird, einige haben Neues zur Geschichte in Spanien gelernt und auch wenn sie es nicht sagen, sie haben miteinander diskutiert, unterschiedliche Meinungen ausgetauscht und gemeinsam Lösungsvorschläge gefunden. Und das ist doch die Hauptsache, obwohl es den Schülern vielleicht nebensächlich scheint.
Herzlichen Dank an die Projektorganisatoren: Ksenia, Leandro, Juliane und Luise, die das Projekt im Rahmen des IQ Netzwerkes Sachsen-Anhalt durchführten.
L.Dietsch


















